Telefon
Mo - So 8:00 - 22:00 Uhr
Kautionsfrei
Versichert
Persönlich
Know-How

Public Viewing Lizenz und Kosten: GEMA, AKM und Übertragungsrechte

Ein Public Viewing ist lizenzpflichtig, sobald es öffentlich zugänglich ist. Nötig sind dann die Lizenz des Rechteinhabers für die Übertragung, die Anmeldung bei GEMA oder AKM für die Musik und je nach Größe eine Genehmigung der Gemeinde. Für nicht-kommerzielle Veranstaltungen ist die Übertragungslizenz meist kostenfrei, GEMA und AKM werden trotzdem fällig. Der Ratgeber zeigt alle Posten, Fristen und die Grenze zwischen privat und öffentlich.

Porträt von André Deutsch, Mitgründer von Renty und Autor für Eventorganisation, im hellen Hemd am Geländer.
André Deutsch
March 3, 2026
Lesezeit
Link kopiert! ✅

Auf einen Blick

Ein Public Viewing wird lizenzpflichtig, sobald es öffentlich zugänglich ist. Dann brauchst du drei Dinge: die Lizenz des Rechteinhabers für die Übertragung, die Anmeldung bei GEMA oder AKM für die Musik und je nach Größe eine Genehmigung der Gemeinde. Bei nicht-kommerziellen Veranstaltungen ist die Übertragungslizenz meist kostenfrei, GEMA und AKM werden trotzdem fällig. Rein private Runden im eigenen Garten bleiben außen vor.

Dieser Ratgeber gilt turnierunabhängig. Er beschreibt, was bei jeder öffentlichen Übertragung eines Fußballspiels anfällt, egal ob Weltmeisterschaft, Europameisterschaft, Champions League oder Bundesliga. Er ist eine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung, Tarife und Reglements ändern sich.

Public Viewing Kosten auf einen Blick

Vier Posten können anfallen. Welche davon dich betreffen, entscheidet sich an der Frage öffentlich oder privat und daran, ob du mit der Übertragung Geld verdienst.

PostenNicht-kommerziellKommerziell
⚽ Lizenz des Rechteinhabersmeist kostenfrei, Anmeldung trotzdem nötiggebührenpflichtig, gestaffelt nach Kapazität
🎵 GEMA (Deutschland)nach Fläche und Zuschauerzahlnach Fläche und Zuschauerzahl
🎶 AKM (Österreich)nach Fassungsraum und Eintrittspreisnach Fassungsraum und Eintrittspreis
🌙 Genehmigung nach 22 Uhrje nach Gemeinde, teils gebührenfreije nach Gemeinde, meist mit Gebühr

Die GEMA entfällt nie, auch wenn die Übertragungslizenz kostenlos ist. Das sind zwei getrennte Rechte.

Gäste verfolgen ein Fußballspiel auf einem TV-Bildschirm in einem vollen Biergarten

Öffentlich oder privat? Die entscheidende Grenzlinie

Bevor du dich um eine Lizenz kümmerst, klärst du diese eine Frage. Erst ab einer öffentlichen Veranstaltung greifen Lizenzpflicht und Gebührenpflicht, und die Einordnung entscheidet über alles Weitere.

Wann gilt ein Event als öffentlich?

Rechtlich öffentlich ist eine Veranstaltung, wenn sie einem nicht klar begrenzten Personenkreis zugänglich ist. In der Praxis helfen fünf Fragen: Kann theoretisch jeder kommen, auch ohne persönliche Einladung? Kennen sich die Gäste untereinander kaum? Hast du mit Plakaten, einem Social-Media-Post oder einer Anzeige geworben? Findet es an einem Ort mit Publikumsverkehr statt, also Biergarten, Lokal, Vereinsheim mit offener Tür oder Marktplatz? Und wie viele Menschen erwartest du? Ab etwa 30 Gästen wird die Argumentation für privat schwierig. Ein Ja bei einer dieser Fragen genügt oft schon.

Sonderfälle: Verein, Sportbar, Firmengelände

Sportverein. Zeigt ein Verein Spiele im Clubhaus ausschließlich für Mitglieder, kann das als nicht-öffentlich gelten. Sobald Nicht-Mitglieder kommen dürfen oder Getränke verkauft werden, kippt die Einordnung.
Gastronomie. Eine Bar, die im normalen Betrieb Spiele zeigt, ist grundsätzlich öffentlich. Für die Lizenzfrage zählt dann, ob durch die Übertragung zusätzliche Einnahmen entstehen, etwa durch Eintritt, Sponsoring oder Preisaufschläge.
Firmengelände. Ein reines Mitarbeiter-Event ohne externe Gäste kann privat sein. Sobald Kunden oder Publikum Zutritt haben, ist es öffentlich.

Im Zweifel anmelden

Eine nachträgliche Meldung ist regelmäßig teurer als eine rechtzeitige. Wer unsicher ist, ruft bei der Gemeinde an und meldet im Zweifel lieber an.

Die Lizenz des Rechteinhabers für die Übertragung

Das Recht am Spiel selbst gehört nicht dem Sender, sondern dem Veranstalter des Wettbewerbs: der FIFA bei einer Weltmeisterschaft, der UEFA bei Europameisterschaft und Champions League, der DFL bei der Bundesliga. Wer ein Spiel öffentlich zeigt, braucht dessen Erlaubnis, unabhängig davon, dass das Programm ohnehin gesendet wird.

Für große Turniere richtet der Rechteinhaber üblicherweise ein eigenes Anmeldeportal ein. Zur Weltmeisterschaft 2026 lief das über publicviewing.fifa.org. Vor jedem Turnier lohnt der Blick auf die offizielle Seite des jeweiligen Verbands, weil sich Kategorien und Fristen von Turnier zu Turnier ändern.

Kommerziell oder nicht-kommerziell

Nicht-kommerziell heißt: kein Eintritt, kein Sponsoring, keine Preisaufschläge. Das trifft auf Vereine, Schulen, Gemeinden und auf Gastronomen zu, die im normalen Betrieb Spiele zeigen. Hier fällt in der Regel keine Lizenzgebühr an, solange die Auflagen eingehalten werden: Live-Übertragung über das offizielle Signal, keine Bearbeitung des Bildes, keine Verwendung der Verbandslogos.

Kommerziell wird es, sobald du Eintritt verlangst, Sponsoren einbindest, einen Mindestverzehr festlegst, Reservierungsgebühren nimmst oder mit der Übertragung gezielt wirbst. Dann ist eine kostenpflichtige Lizenz nötig, deren Höhe sich meist nach der Zuschauerkapazität richtet. Der gewöhnliche Verkauf von Speisen und Getränken zählt normalerweise noch nicht dazu.

Eine dritte Kategorie betrifft sehr große nicht-kommerzielle Events. Ab mehreren tausend erwarteten Zuschauern verlangen die Verbände auch dann eine formale Lizenz, wenn sie kostenlos bleibt.

Die vier Ebenen der Public Viewing Lizenzen: Spielrechte, Musikrechte, Behörde und Frist

Ein Fallstrick: Spiele hinter der Bezahlschranke

Läuft ein Spiel nur über einen Bezahlanbieter, brauchst du zusätzlich einen Vertrag, der die öffentliche Wiedergabe ausdrücklich erlaubt. Ein privates Streaming-Abo deckt das nicht ab, auch nicht im Vereinsheim und auch nicht, wenn keine Gebühr verlangt wird. Die Anbieter haben dafür eigene Gastronomie-Tarife, die deutlich über dem Privatpreis liegen und die du gesondert abschließen musst. Bei Spielen im frei empfangbaren Fernsehen stellt sich diese Frage nicht.

In der Praxis ist das der häufigste Grund, warum ein geplantes Public Viewing kurzfristig platzt: Die Behörde ist informiert, die Technik steht, und dann läuft das entscheidende Spiel doch nicht im frei empfangbaren Fernsehen. Prüfe deshalb früh, welcher Sender welche Partie zeigt.

GEMA-Gebühren für Public Viewing in Deutschland

Die GEMA-Gebühr fällt an, sobald du eine Übertragung öffentlich zeigst, denn im Programm läuft geschützte Musik. Sie ist unabhängig von der Übertragungslizenz und entfällt auch dann nicht, wenn diese kostenlos ist. Den konkreten Betrag rechnest du vorab mit dem GEMA-Rechner aus.

Zwei Tarife kommen in Frage. Der Tarif FS gilt für die öffentliche Wiedergabe von Fernsehsendungen und ist der Standardfall. Bis 106 cm Bilddiagonale wird pro Gerät abgerechnet, bei Großbildschirmen und Leinwänden nach Veranstaltungsfläche. Der Tarif U-ST greift bei Veranstaltungen im Freien ohne Eintrittsgeld und rechnet ebenfalls nach Fläche ab.

Die Größenordnung: Ein einzelnes TV-Gerät in einer Bar liegt für einen Turnierzeitraum im niedrigen zweistelligen Bereich, eine Leinwand je nach Fläche im zwei- bis dreistelligen. Bei Großturnieren verhandeln Branchenverbände wie der DEHOGA regelmäßig Sondertarife für die Gastronomie, ein Anruf beim eigenen Verband lohnt sich also. Wer nicht anmeldet und auffliegt, zahlt nach den GEMA-Bedingungen deutlich mehr als den regulären Satz.

AKM-Gebühren für Public Viewing in Österreich

In Österreich übernimmt die AKM die Rolle der GEMA. Jede öffentliche Aufführung geschützter Musik ist meldepflichtig, und das schließt die Musik in einer TV-Übertragung ein. Für die Kalkulation gibt es den AKM-Rechner.

Die AKM trennt Dauerveranstaltungen von Einzelveranstaltungen. Wer als Gastronom bereits einen laufenden Vertrag für TV-Wiedergabe hat, meldet nur die Änderung, etwa den Wechsel von Bildschirm auf Leinwand. Für eine Einzelveranstaltung gilt nach dem autonomen Tarif eine Anmeldung mindestens drei Tage vor dem Termin. Die Gebühr ergibt sich aus einem Faktor für den Fassungsraum multipliziert mit dem Eintrittspreis, bei freiem Eintritt greifen Mindestpauschalen. Vereine und Mitglieder von Verbänden kommen über Gesamtverträge an ermäßigte Tarife.

In der Schweiz ist die SUISA zuständig. Die Struktur ähnelt GEMA und AKM, die Sätze unterscheiden sich.

Lokale Genehmigungen: Ordnungsamt, Gemeinde und Brandschutz

Neben den Rechten kommt die Behörde. In Deutschland ist das Ordnungsamt zuständig, in Österreich die Gemeinde, das Magistrat oder die Bezirkshauptmannschaft. Für größere Veranstaltungen im Freien braucht es meist eine Veranstaltungsanmeldung, oft ein Sicherheitskonzept und eine Abstimmung mit Feuerwehr und Polizei. Beim Brandschutz gilt auch für kleine Events: Fluchtwege frei, Feuerwehrzufahrt gesichert.

Der Punkt, an dem die meisten Public Viewings scheitern, ist die Uhrzeit. Ab 22 Uhr gilt die Nachtruhe, und ein Spiel mit spätem Anpfiff endet regelmäßig danach. Dafür brauchst du eine Ausnahmegenehmigung der Gemeinde, mit vier bis acht Wochen Vorlauf. Welche Dezibel-Werte gelten, wie der Antrag aussieht und was du sonst gegen Beschwerden tun kannst, steht ausführlich im Ratgeber zu Musik nach 22 Uhr und der Ausnahme von der Nachtruhe.

Die nächsten großen Turniere

Die Nachfrage nach Public Viewing folgt dem Turnierkalender. Wer früh plant, hat bei Behörden und Technik die freie Auswahl.

TurnierWannWoRechteinhaber
Frauen-Weltmeisterschaft24. Juni bis 25. Juli 2027BrasilienFIFA
EuropameisterschaftJuni und Juli 2028Großbritannien und IrlandUEFA
Champions LeagueFinale jedes Jahr im FrühsommerwechselndUEFA
Bundesliga und Liga-BetriebSaison von August bis MainationalDFL und Ligaverbände

Stand September 2026. Vor der Planung die offiziellen Termine beim Verband gegenprüfen.

Checkliste: Alle Lizenzen und Anmeldungen auf einen Blick

WasWer braucht esVorlauf
🏆 Lizenz des Rechteinhabersalle öffentlichen Übertragungen, kostenpflichtig ab kommerziell4-6 Wochen
🎵 GEMA oder AKMjede öffentliche Wiedergabevor dem Event, AKM mindestens 3 Tage
🏛️ Ordnungsamt oder Gemeindegrößere Events und alles im Freien4-8 Wochen
🌙 Ausnahme von der Nachtruhealles, was nach 22 Uhr läuft4-8 Wochen
📺 Vertrag für öffentliche WiedergabeSpiele, die nur über Bezahlanbieter laufenvor dem Event

Sind die Formalitäten geklärt, geht es an Standort, Technik und Ablauf. Wie du ein Public Viewing von der Location bis zum Spieltag planst, steht im Leitfaden zum Organisieren eines Public Viewings. Die passende Technik für Public Viewing gibt es kautionsfrei und mit inkludierter Versicherung bei Renty.

Ursprünglich veröffentlicht am
March 3, 2026
.
Zuletzt aktualisiert am
September 9, 2026
.
FAQ

Noch Fragen? Hier sind die Antworten

Brauche ich für 30 Leute im Garten eine Lizenz?

Muss ich ein Public Viewing anmelden?

Was passiert, wenn ich die GEMA-Anmeldung vergesse?

Was kostet ein Public Viewing an Gebühren?

Ab wann gilt ein Public Viewing als kommerziell?

Darf ich ein Public Viewing über mein Streaming-Abo zeigen?

Gruppe junger Menschen in schwarzen Outfits feiert mit Cocktails vor blauem Licht und Luftballons.

Technik online mieten bei Renty

Verfügbar an 28 Standorten - auch in deiner Stadt
Jetzt mieten
Ratgeber

Weitere Beiträge

Bereit, dein Event zu rocken?

Eventtechnik prüfen, in 90 Sekunden buchen, abholen oder liefern lassen. Kautionsfrei und versichert in ganz Deutschland und Österreich.

Geschenk

Jetzt 10% Rabatt sichern

Jederzeit abmeldbar. Ausgenommen sind bereits reduzierte Aktionspakete.

Fast geschafft!

Wir haben dir eine Mail geschickt, bitte bestätige sie um den Rabattcode zu erhalten.

Dein Rabattcode